Archiv des Autors: Benjamin Feller

Über Sucre und Potosí nach Uyuni und zurück nach Lima

Sucre

In der vergangenen Woche haben wir unsere letzten Tage im kalten Süden verbracht. Von La Paz aus sind wir über Nacht nach Sucre gefahren. Die formelle Hauptstadt Boliviens (Regierungssitz ist La Paz) ist mit 250.000 Einwohnern eher eine provinzielle Kleinstadt. Die Atmosphäre dort ist jedoch sehr angenehm und dadurch dass die Stadt etwas tiefer gelegen ist, ist es auch etwas wärmer als in La Paz. Kurz nach unserer Ankunft sind wir pünktlich Zum Ende eines Radrennens auf den zentralen Platz gekommen und haben es dann auch gleich geschafft, in die lokale Zeitung zu kommen. Beim Foto von der Zieleinfahrt des ersten Radlers ist besonders Jonathan dank des markanten Größenunterschieds zum Durchschnittsbolivianer deutlich zu erkennen. Den Tag haben wir mit nichts weiter verbracht, als durch die Stadt zu laufen und uns die teilweise schönen Häuser anzuschauen.

 

Potosí

Nach einer Nacht in der Hauptstadt gings dann weiter nach Potosí, wo wir nach ca. 4 Stunden rasanter Busfahrt ankamen. Dort erwartete uns gleich die nächste Fiesta. Ich weiß nicht genau worum es ging, aber irgendwie sind jede Menge Gruppen von Kindern mit aufwändigen Kostümen durch die Straßen getanzt. Am nächsten morgen haben wir uns aufgemacht, die jahrhundertealten Minen im Cerro Rico, dem Hausberg Potosís zu besichtigen. Dort werden diverse Edelmetalle nach größtenteils nach wie vor mit den selben Methoden wie zur Kolonialzeit abgebaut. Unter wahrlich ungesunden Umständen Schuften die Männer teils schon seit Jungen Jahren in den engen Schächten. Durch den Abbau freigesetzter Asbeststaub zerstört langsam aber sicher ihre Lungen, so dass viele schon nach 15 bis 20 Jahren Arbeit in der Mine todkrank sind oder sterben. Der Besuch war durchaus beeindruckend und interessant, aber nach ein paar Stunden durch enge Gänge kriechen und schlechte Luft einatmen war man auch froh, wieder ans Tageslicht zu kommen.

 

Uyuni

Gegen Abend sind wir dann noch weiter nach Uyuni gefahren. Dort haben wir am nächsten Morgen eine dreitägige Tour auf den nahegelegenen größten Salzsee der Welt und seine Umgebung begonnen. Den ersten Tag haben wir auf dem See verbracht, welcher an manchen stellen tatsächlich eine (nahezu) bis zum Horizont reichende, riesige Salzfläche. Im See gibt es ein paar vereinzelte Inseln mit großen Kakteen, aber ansonsten nicht besonders viele Zeichen von Leben. Nach einer Nacht am Rande des Sees in einem Haus aus Salz gings am nächsten Tag weg vom See durch unterschiedliche, sehr karge und einsame Landschaften. Nach mehreren Seen, an denen Flamingos leben erreichten wir gegen Abend einen großen roten See, den beeindruckendsten Ort des Tages. Die Nacht verbrachten wir wieder zusammen mit anderen Touristengruppen in einer einfachen Unterkunft.

Nach einer kurzen und ziemlich lauten Nacht musste unsere Gruppe von 6 Touris als wir am nächsten Morgen pünktlich zur vereinbarten Zeit wach waren und um 5:30 Uhr losfahren wollten, leider feststellen, dass der Lärm die ganze Nacht über von unserem Fahrer ausgegangen war. Den fanden wir nämlich sturzbetrunken mit offener Schnapsflasche in der Hand am Steuer unseres Wagens schlafend vor. Ich hab ihn dann zunächst mal Richtung Bett geschickt und mir den, praktischer Weise im Schloss steckenden, Autoschlüssel geschnappt. Nachdem wir etwas gewartet hatten und wohl alle anderen Autos, die in unserer Richtung unterwegs waren schon weg waren, haben wir uns entschlossen den Fahrer eines anderen Autos von unserer Agentur, das mit uns zusammen unterwegs war, zu wecken. Dieser hatte wohl auch getrunken, aber wohl weniger und war wenigstens irgendwann schlafen gegangen.

Da wir auf keinem Fall mit unserem Fahrer mitfahren wollten, haben wir dann durchgesetzt, dass ich mit unserem Auto dem anderen Auto hinterherfahren würde. Gesagt getan, während unser Fahrer munter singend und Geschichten erzählend meine Mitfahrer auf der Rückbank gequält hat. Am Vormittag haben wir eine Stelle mit Geysiren (bzw. Dampf-Fontänen und kochendem Matsch)  und eine heiße Quelle Besucht. Später am Tag, nach einer längeren Pause, war der Fahrer dann wieder soweit Fit, dass er die lange Rückfahrt nach Uyuni übernehmen konnte.

Zurück nach Lima

Über Nacht sind wir dann zurück nach La Paz gefahren und von dort aus, geplagt von diversen Magenproblemen, zurück nach Lima (11+28 Stunden im Bus..). Hier bleiben wir jetzt für ein paar Tage um uns etwas zu erholen, bevor es dann demnächst endlich in den warmen Norden, nach Ecuador geht.

 

Titicacasee, La Paz, Mountainbike und 6000er

Von Cusco nach Bolivien

Nach einer zweitägigen Verschnaufpause in Cusco sind wir weiter nach Puno am Titicacasee gefahren. Da uns weder der Ort noch die wohl nur für Touristen intakt gehaltenen Inseln der Ureinwohner besonders interessierten, sind wir gleich am nächsten Tag weiter nach Copacobana in Bolivien gefahren.

Isla del Sol

Von dort sind wir direkt auf die Isla del Sol gefahren, dem mystischen Ursprungsort der Inkas.
Auf der Insel gibt es keine Autos und, obwohl wir angeblich zur Hauptsaison da waren, auch nicht besonders viele Touristen. Insgesamt hat man bei vielen der Orte hier das Gefühl, dass sie mal für deutlich mehr Touristen ausgelegt wurden, als jetzt wirklich kommen.
Auf der Insel haben wir zwei Nächte. Verbracht, sodass wir an seinem Tag entspannt einen großen Teil der Insel (12 km lang und bis zu 3 km breit) erwandern konnten. Außerdem gab’s natürlich  mal wieder ein paar Inkaruinen zu sehen.

Zurück im Hafenstädtchen Copacabana konnten wir, während wir auf den Bus nach La Paz warteten, noch die alltäglich stattfindenden Autosegnungen beobachten. Copacabana ist nämlich ein Wallfahrtsort und von der Segnung des Autos versprechen sich die Gläubigen ein Jahr Unfall- und Pannenfreiheit.

La Paz

Zum Wochenende sind wir dann ins nahe gelegene La Paz gefahren. Die Stadt ist mit knapp 1 Million Einwohnern (+ eine weitere Million im angrenzenden El Alto) deutlich kleiner als Lima, hat aber dennoch so einiges an quirligem südamerikanischen Stadtleben zu bieten. Leider waren allerdings die meistern Museen und Kirchen häufiger geschlossen als offen bzw die Öffnungszeiten waren nur schwer herauszufinden.
Die folgende Woche wurde dann deutlich aufregender. Zunächst sind wir am Dienstag mit Mountainbikes die „Todesstraße‘ heruntergefahren. Das ist eine schmale Schotterpiste, die sich in der Nähe von La Paz von 4800m auf 1600m entlang der Andenhänge herabwindet. Das war ganz witzig und längst nicht so gefährlich, wie es zunächst vielleicht klingt.

Huayna Potosi

Am darauffolgenden Tag begann dann das deutlich anstrengendere Outdoor-Abenteuer: die Besteigung des 6088m hohen Huayna Potosi! Am ersten Tag der dreitägigen Tour sind wir nach der Anfahrt zum Basislager auf 4800m zu einem nahegelegenen Gletscher gelaufen, um das Laufen mit Steigeisen und Klettern mit Hilfe eines Eispickels in Schnee und Eis zu üben.
Am zweiten Tag folgte der Aufstieg zum zweiten Lager auf 5130m, am Rand des Gletschers gelegen. Dort verweilten wir bis Mitternacht und versuchten ein bisschen zu schlafen.
Um zwei Uhr früh begann dann der Aufstieg zum Gipfel, welchen wir gegen 6:40 Uhr, pünktlich zum Sonnenaufgang, erreichten. Nach einer kurzen Verschnauf- und Fotopause ging’s dann schon wieder zurück nach unten.
Nach knapp 2 Stunden erreichten wir das obere Lager und eine gute Stunde später das Basislager.
Die Rückfahrt nach La Paz verlängerte sich unerwartet, nachdem bei unserem Mini-Bus auf der Schotterstraße innerhalb von 20 Minuten beide (!) Hinterreifen kaputtgingen. Zum Glück waren wir beide Male nicht so schnell unterwegs, so dass der Fahrer problemlos anhalten konnte. Da er allerdings bloß ein Reserverad dabei hatte, mussten wir nach der zweiten Panne rund eine halbe Stunde auf einen Ersatzbus warten.
Trotz verspäteter Ankunft in La Paz haben wir es dann noch geschafft, unsere Sachen aus Hostel und Wäscherei zu holen und ein Ticket für den Nachtbus nach Sucre zu ergattern.

 

Cusco, Valle Sagrado & Machu Picchu

Cusco

In Cusco sind wir in einem schoenen, guenstigen, wenn auch etwas heruntergekommenen, zentrumsnahen Hostel untergekommen. Den ersten Vormittag haben wir damit verbracht, den fuers Wochenende anstehenden Ausflug zum Machu Picchu zu organisieren. Danach haben wir uns die beeindruckende Kathedrahle der Stadt, die eigentlich aus drei Kirchen besteht, sowie ein paar andere Kirchen angeschaut.

Am Donnerstag haben wir im vegetarischen Restaurant „el encuentro“ vorzueglich gefruehstueckt und danach waren wir wieder in der Stadt und Umgebung unterwegs. Zunaechst im Museo Religioso, welches in unserem Kirchen-Ticket vom Vortag enthalten war. Als naechstes haben wir das Convento de Santo Domingo del Cusco Qorikancha angeschaut, ein dominikaner-Kloster, welches auf den Ruinen des einst wichtigsten Heiligtums der Inkas errichtet wurde. (Qoricancha = „goldener Hof“ in Quechua, der Staatssprache der Inkas).

Nachmittags sind wir mit einem lokalbus zu den Ruinen von Tambomachay, ca. 8km von Cusco, gefahren. Von dort gings zu Fuss zurueck in die Stadt, wobei noch die Ruinen von Pukapukara, Q’engo und Saqsayhuaman, sowie der Christo Blanco, eine weisse Christusfigur ueber der Stadt, passiert wurden.

 

Valle Sagrado

Am Freitag sind wir frueh morgens nach Pisac gefahren. Dort haben wir uns die ueber dem Ort gelegene, mehrere Quadratkilometer grosse Inkasiedlung, welche aus mehreren „Orten“ und ca. 7000 Terrassenfeldern besteht, angeschaut. Zum Mittagessen waren wir wieder im Dorf unten, wo wir uns dann noch den Markt mit jede Menge bunter Kleidung, Tuechern, geschnitzten Figuren etc. angesehen und auch ein bisschen eingekauft haben.

Am Nachmittag gings weiter nach Ollantaytambo, wo sich eine weitere Inkafestung befindet. In diese hatte sich Manco Inca zurueckgezogen, nachdem er die Schlacht um Saqsayhuaman gegen die Spanier verloren hatte. Die Festung von Ollantaytambo konnte er zunaechst halten, musste sich dann aber wenig spaeter, nach verstaerkten Angriffen der Spanier, in eine Dschungelfestung zurueckziehen.

 

Machu Picchu

Um den extrem ueberteuerten Zug zu umgehen, mit dem die meisten Touristen nach Machu Picchu gekarrt werden (min. $50 pro Fahrt) haben wir am Samstag eine siebenstuendige Fahrt in einer leicht klapprigen Toyota-Kleinbus-Kopie der rennomierten Marke „Autocraft“ auf uns genommen. Da wir als letzte eingesammelt wurden, hab ich einen der schlechtesten der 19 (!) Sitzplaetze erwischt. Inklusive wenig Beinfreiheit dank Radkasten und bei jedem Huckel Huepf-Garantie, dank Sitzplatz hinter der Hinterachse.

Nach diesen unterhaltsamen 7 Stunden mussten wir noch 2 Stunden zu Fuss entlang der Bahnlinie zuruecklegen, bis wir endlich Aguas Calientes, den Touri-Ort am Fuss des Machu Picchu, erreicht haben. Die Wanderung war aber eigentlich ganz gut, da man sich schon mal die veraenderte Natur aus der Naehe ansehen konnte. Machu Pichu liegt naehmlich schon am Rand der Selva, also des Dschungels.

Am Sonntag gings dann fruehmorgens um halb Fuenf los, um nach 1,5 Stunden und unzaehligen Treppenstufen Machu Picchu zu erreichen. Dort gab es schon eine betraechliche Schlange am Eingang. Rechtzeitig vor dem Sonnenaufgang haben wir uns einen Platz mit gutem Blick gesucht, so dass wir diesen beeindruckenden Vorgang in aller Ruhe geniessen konnten.

Danach haben wir uns die gesamte Anlage und ihre Umgebung angeschaut und versucht, uns von den Touristenmassen nicht all zu sehr stoeren zu lassen. Gegen Mittag gings wieder zurueck ins Dorf und nach einer kurzen Pause weiter zur Hudroelectrica, dem Wasserkraftwerk von dem aus die Busse losfahren. Diesmal allerdings mit dem Zug fuer unverschaemte $15 pro Person.

Auf der Rueckfahrt nach Cusco sind wir dann 2 mal in recht heftige Regenschauer geraten, mein erster richtiger Regen seit 6 Monaten!

Die letzten beiden Tage waren wir in Cusco, haben aber ausser ein paar Museen anzuschauen nichts weiter besonderes gemacht. Heute sind wir dann nach Puno gefahren und morgen gehts weiter nach Copacabana in Bolivien, wo wir auf der Sonneninsel im Titicacasee uebernachten werden.

Fotos kann ich gerade leider keine hochladen, da ich bisher noch kein Internet-Cafe gefunden habe, in dem sowohl meine externe Festplatte als auch die Website vom Block funktionieren…

UPDATE vom 11.08.: jetzt auch mit Fotos (sowohl in diesem als auch dem letzten Beitrag), leider allerdings in ziemlich chaotischer Reihenfolge…

Ica, Arequipa und die etwas andere Colca Canyon Tour

Ica

Nachdem ich am Dienstag meine Sachen aussortiert und gepackt habe, sowie jede Menge ausgeliehene Sachen zurueckgegeben habe, haben wir am Nachmittag unsere grosse Reise begonnen.

Zunaechst gings mit dem Bus 4,5 Stunden nach Ica. Dort haben wir uns gleich in der nahegelegenen Wuestenoase Huacachina in ein Hostel eingebucht. Am naechsten Tag haben wir zunaechst die Duenen zu Fuss erkundet, dann sind wir Sandboarden gegangen und am Abend gabs noch eine Buggy-Tour. Sandboarden war zwar recht spassig, aber auch ziemlich anstrengend – 15 Minuten mit Snowboardstiefeln an und Snowboard in der Hand die Duene hoch laufen, um dann ca. 30 Sekunden runter zu fahren…

Die Buggy-Tour in die Wueste war ganz gut. Die Fahrt selbst war wie in der Achterbahn und es war interessant mal weiter in die Wueste rein zu kommen. Sandboarden gabs auch noch mal.

Abends sind wir dann mit dem Nachtbus (von Cial: gleicher Preis wie Cruz del Sur, aber dafuer mit 3 Stunden Verspaetung, duerftigem Essen und ohne Klimaanlage…) nach Arequipa gefahren.

 

Arequipa

Nach einer eher anstrengenden Nacht im Bus sind wir gegen Mittag in Arequipa angekommen. Dort haben wir am Nachmittag erst mal das beruehmte Kloster Santa Katalina angeschaut. Abends gings frueh ins Bett.

Am Freitag gab es erst mal eine Parade anlaesslich des bevorstehenden Nationalfeiertags (28.7.) zu sehen. Da diese allerdings nicht so wahnsinnig spannend war, sind wir recht bald weiter zum Markt gegangen. In der schoenen Markthalle gibt es neben bergeweise Fleisch (u.a. Alpaka) auch jede Menge Obst und Gemuese, Gewürze, Brot, Kleidung und allerlei Haushaltswaren.

Als naechstes sind wir in die Kathedrahle gegangen, die sogar auf der Weltkulturerbe-Liste der Unesco steht. Allerdings kann man sie leider nur bei einer ziemlich rasanten Tour kennen lernen, die mit einer „freiwilligen“ Spende von mindestens 5 S./ pro Person an den Guide endet. Immerhin hat der Guide einige Fotos von uns gemacht..

Danach sind wir noch bisschen durch die Stadt gelaufen und haben in einem Museum die Geschichte der Juanita erfahren. Das ist der Name den Forscher dem gefrorenen Leichnam eines ca. 13-jaehrigen Inkamaedchens gegeben haben. wlches wohl einem der Berge, welche als Goetter verehrt wurden, geopfert wurde.

Am Abend kam dann der Tourveranstalter mit der schlechten Nachricht, dass man zur Zeit wegen Erdbeben und Steinschlaggefahr nicht in den Colca Canyon absteigen kann. Angeblich wurde der Canyon erst jetzt wieder geschlossen, nachdem er schon einige Tage offen gewesen war, aber trotzdem eine Frechheit, dass uns nicht schon beim Kauf der Tour gesagt wurde, dass es Probleme geben koennte.

 

Colca Canyon

Am naechsten Tag gegen 3 Uhr Frueh begann dann die rasant-gefaehrliche Fahrt im Bus Richtung Colca Canyon.

Nach kurzer Fruehstueckspause ging es als erstes zum Cruz del Condor. Dort konnten wir dann tatsaechlich auch jede Menge Kondore beobachten. Ausserdem trafen wir dort unseren Guide Remi. Mit dem sind wir dann groessten Teils auf der Strasse nach Cabanaconde gelaufen, waehrend er uns jede Menge Geschichten vom Kondor, vom Canyon und von seiner Kultur erzaehlt hat. Er ist naehmlich indigener Abstammung und hat sein ganzes Leben in Cabanaconde verbracht.

Nach einem duerftigen Mittagessen, fuer dass sich Remi vorher quasi entschuldigt hat, da es vom Tourveranstalter ausgesucht wurde, gings am Nachmittag auf eine weitere kleine Wanderung. Auf einem nahegelegenen Huegel hat uns Remi die Ruinen eines Inka-Dorfes gezeigt und den Nutzen einiger der dort vorhandenen Pflanzen erklaert. Am Abend gab es ein aehnlich einfaches Essen wie mittags und danach gings frueh ins Bett.

Am naechsten Morgen stand Remi puenktlich um 8 vor der Tuer, um uns zum Fruehstueck abzuholen. Dieses fand bei ihm zu Hause statt und war besser als alles was wir bisher in den Hostels bekommen hatten.

Danach sind wir zunaechst aus dem Dorf ein Stueck weit in den Canyon hinab gewandert, bevor wir auf einem anderen Weg wieder aufgestiegen sind. Nach einem ausgiebigen Imbiss mit frischen Tomaten und Avocados ging es weiter zu einigen schoenen Aussichtspunkten. Die Wanderung fuehrte ueber jahrhunderte alte Pfade und durch die vor langer Zeit nach einem ausgekluegelten System terrassenartig angelegten Felder mit Bewaesserungskanaelen.

Es war eine tolle Wanderung mit Remi, der uns stets noch mehr ueber die Landschaft und ihre Bewohner erklaerte und unsere Tour yu einem einmaligen Erlebnis machte.

Zum Abendessen hat er uns dann sogar zu sich nach Hause eingeladen. Das Essen war dann natuerlich auch viel leckerer als das Essen am Tag zuvor, obwohl es auch mit sehr einfachen Zutaten zubereitet wurde. Danach gings wieder frueh ins Bett, da die rund 8 Stuendige Wanderung doch recht anstrengend gewesen war. Zumal das hier alles auf ca. 2500m – 3500m stattfindet.

Am naechsten Tag gings, mit einigen Zwischenstopps (u.A. ein Pass auf 4910m Hoehe) zurueck nach Arequipa, wo wir erst gegen Abend ankamen.

Den Dienstag, unseren letzten Tag in Arequipa, nutzten wir, um die etwas ausserhalb gelegenen Sehenswuerdigkeiten El Molino de Sabandia, eine liebevoll restaurierte Muehle aus dem 17. Jahrhundert und das Mansion del Fundador, den Landsitz des spanischen Stadtgruenders von Arequipa, zu besuchen. Die Anfahrt mit den lokalen Bussen kostete nicht nur einen Bruchteil des Touri-Busses, sondern war zusaetzlich auch noch deutlich interessanter.

Ueber Nacht sind wir dann nach Cusco gefahren.

Ein erlebnisreicher erster Tag in Lima // Un jugoso primer día en Lima

Heute früh ist mein Bruder Jonathan in Lima angekommen, mit dem ich die nächsten Monate gemeinsam Südamerika bereisen werde. Nach einer kleinen Verschnaufpause sind wir gleich mal ins Stadtzentrum losgezogen.

Zunächst zur Plaza San Martin, wo gerade eine Demo für mehr direkte Demokratie anfing. Von dort sind wir durch die Fußgängerzone Richtung Plaza de Armas gelaufen. Unterwegs haben wir eine Kirche und ein von der PUCP finanziertes und dadurch kostenlos zugängliches Museum angeschaut. Auf der Plaza de Armas war eigentlich nicht besonders viel los, was wohl auch daran lag, dass die Zugänge teilweise etwas versperrt wurden, um den später erwarteten Demonstranten keinen Zugang zum Präsidentenpalast zu gewähren.

In der nähe der Plaza de Armas befindet sich die Iglesia San Francisco, welche vor allem für das Angeschlossene Museum und die Katakomben mit den Knochen von 25.000 verstorbenen bekannt ist. Nachdem wir dort rund eine Stunde mit einer Tour durch das Museum verbracht haben waren wir alle ziemlich hungrig. Also sind wir in die China Town von Lima gegangen, welche ich bisher auch noch nicht besucht hatte.

Dort angekommen gab es jede Menge China-Restaurants und sämtliche Geschäfte und Banken hatten ihre Beschriftung auch in Chinesisch dran. War ganz nett aber nicht so spektakulär chinesisch, wie ich’s mir vorgestellt hatte. Könnte auch dran liegen, dass es hier generell einige Asiaten gibt, also war der Unterschied einfach nicht so groß.

Was dann allerdings durchaus spektakulär war, ist das, was während wir beim Essen saßen passiert ist. Plötzlich sind draußen jede Menge Leute vorbeigerannt und die Chinesen haben alle angefangen ganz hektisch ihre Läden zu zu machen. Wir dachten erst mal, dass wahrscheinlich die Demonstration in unsere Nähe gekommen war und es mal wieder zu Zusammenstößen mit Steinwürfen seitens der Demonstranten und Wasserwerfern und Tränengas von der Polizei kommt, was hier durchaus keine Seltenheit ist.

Beim „um die Ecke gucken, was denn los ist“ hat sich dann allerdings herausgestellt, dass ca. 2 Blocks entfernt ein Haus lichterloh in Flammen stand und enorme Mengen schwarzen Rauchs aufstiegen. Nach anfänglichen Spekulationen der Umstehenden, dass es sich um eine Bombe der Demonstranten gehandelt habe ist dann später herausgekommen, dass es ein Feuer in einer mehrstöckigen Schuhfabrik war. Außer Sachschäden und ein paar leichtverletzten Feuerwehrmännern scheint allerdings zum Glück nicht weiter war passiert zu sein.

http://elcomercio.pe/actualidad/1605134/noticia-incendio-se-produce-cuadra-seis-jiron-paruro-centro-lima

 

—–

Hoy por la mañana mi hermano Jonathan llegó en Lima, con quien voy a viajar por Sudamérica los próximos meses. Fuimos al centro de Lima, donde vimos la Plaza San Martin, la Plaza de Armas y la Iglesia San Francisco con su museo y las catacumbas.

Después fuimos a comer en el barrio chino. Mientras nosotros estábamos comiendo, un fuego se desenfrenó en un almacén a dos cuadras. Primero había especulaciones que estaba relacionado a las demostraciones que vimos antes ese día pero pronto no enteremos que era un accidente en una fabrica de zapatos que causó el fuego.

Endabgabe und Fotos von der Uni & ihrer Umgebung // Entrega final y fotos de la universidad y su entorno

Gestern hab ich mit der Endabgabe meines Entwurfs mein Auslandssemester hier an der PUCP beendet. Nachdem die letzten Tage noch mal ziemlich arbeitsintensiv waren kann ich mich jetzt auf die anstehende Reise durch Südamerika freuen!

Zusätzlich zu ein paar Bildern meiner Abgabe lade ich zu diesem Eintrag auch noch einige Bilder der Uni und meines Weges dort hin hoch, damit ihr euch bisschen besser vorstellen könnt, wo ich hier so meine Zeit verbracht habe.

—–

Ayer entregué mi proyecto y así terminé mi ciclo acá en la PUCP. Después de unos días con mucho trabajo ahora si puedo alegrarme por mi viaje por Sudamérica!

Al lado de unos fotos de mi entrega subí en este post también unos fotos de la Universidad y el camino ahí, para que pueden imaginarse mejor, donde pasé mi tiempo acá.

 

Hatun Kuraq

Am 21.Juni waren Kathi, Andrea und ich in Chuquitanta, um eine Winter-Zeremonie in der Ruinenanlage El Paraiso anzuschauen. Diese Huaca, wie die Ruinen hier genannt werden, ist die älteste von Lima und mit ca. 5000 Jahren auch eine der ältesten Perus. Dennoch ist sie in einem erstaunlich schlechten Zustand und touristisch überhaupt nicht erschlossen. Im Gegenteil, wenn dort nicht veranstaltungsbedingt alles voll mit Polizei und anderen Sicherheitsleuten ist, ist es sogar ziemlich gefährlich, sich in dieses Gebiet zu begeben.

Die Zeremonie, welche von den Schülern diverser Schulen aus Lima in Szene gesetzt wird, war durchaus ziemlich beeindruckend. So ganz genau hab ich zwar nicht verstanden, worum es ging aber irgendwie haben sich wohl Vertreter der vier Teile des Inka-Reiches getroffen, um gemeinsam den Winter willkommen zu heißen. Neben den bunten Gewändern haben mich vor allem die Gerüche schwer beeindruckt. Immer wieder wurden verschiedene Blätter und Ästchen in die Feuer geworfen, woraufhin unterschiedliche Düfte aufstiegen und wenigstens für einen Tag den süßlich-scharfen Geruch von verbranntem Müll, der über der ganzen Gegend liegt, verdrängten.

Nur eine Woche nachdem wir dort waren, hat leider mal wieder die Kurzsichtigkeit und Ignoranz der Immobilienhändler über das Bewusstsein für die Bedeutung der Kultur dieses Landes gesiegt. In einer Hau-Ruck-Aktion sind an einem Samstag Nachmittag Baumaschinen angerückt und haben eine der Pyramiden-Ruinen zerstört (zum Glück nicht das restaurierte Hauptbauwerk sondern eine etwas abgelegenere, kleinere Ruine).

Es folgte natürlich ein großer Aufschrei, zumal gerade Ausgrabungsarbeiten des Kulturministeriums dort stattfinden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Täter tatsächlich hart bestraft werden und in Zukunft so etwas nicht mehr passiert.

 

Meldung vom El Comercio, leider mit ziemlich verwirrender Bebilderung: http://elcomercio.pe/actualidad/1598150/noticia-piramide-contemporanea-caral-fue-destruida-san-martin-porres

Protestaktion der Schüler „unserer“ Schule: http://willax.tv/seguridad/planton-de-alumnos-por-huaca-el-paraiso

—–

Isla San Lorenzo

Am Mittwoch der Vergangenen Woche war ich mit einem Kurs von der Uni auf einem Ausflug auf die Insel San Lorenzo, welche Lima vorgelagert ist. Früh morgens bin ich mit Hugo, einem  Austauschstudenten aus Frankreich, der auch in diesem Kurs ist, mit dem Bus in den Hafen von La Punta gefahren. Dort haben wir uns mit dem Rest der Gruppe getroffen, um auf das Marine-Boot zu warten, welches uns zur Insel bringen sollte. Die Insel ist nämlich offiziell unter der Kontrolle der Marine, welche dort einen Stützpunkt betreibt und sich im Gegenzug um den Erhalt der dürftigen Infrastruktur kümmert. Außer den Soldaten in ihren Kasernen wohnt auf der Insel allerdings glaube ich niemand.

Das Boot hat sich dann als alter Holzkahn herausgestellt, der uns aber ohne Probleme auf die Insel geschippert hat. Dort sind wir dann ein bisschen rumgelaufen und haben an einem Strand ein paar Land Art Kunstwerke fabriziert. Hugo und ich haben uns eine vorhandene Linie von Steinen ausgesucht und diese bis an den Strand verlängert. Andere haben z.B. auch Sachen mit Steinen gemacht oder Formen in den Sand gezeichnet. Gegen Mittag ging’s dann wieder zurück aufs Festland.

 

El miércoles de la semana pasada fui con un curso de la universidad a la isla San Lorenzo, que se queda en el mar al oeste de Lima. Con Hugo, un estudiante de intercambio de Francia, fui en bus al puerto de La Punta y allá nos encontramos con el grupo para subir un barco que nos levé a la isla. Allá hicimos un pequeño recorrido y después realizamos algunos trabajos de Land Art. Hugo y yo encontremos una linea de piedras y la prolongamos hacía la playa. Al mediodía regresamos a Lima.

 

Marcahuasi

Mit etwas Verspätung hier der Bericht über einen tollen Ausflug, den wir am vorletzten Wochenende gemacht haben. Uns zwar sind wir von Samstag auf Sonntag zum Campen nach Marcahuasi gefahren. Dass ist ein Berg mit ca. 4000 Metern auf dem sich ein „Stone Forrest“ befindet.

Los gings Samstags früh am morgen mit einem Colectivo, eine Taxi, welches nur auf einer bestimmten Route fährt, von der Innenstadt Limas nach Chosica. Von dort aus ging es mit einem Bus weiter auf einer für diesen Bus gerade so ausreichenden Schotterpiste ins auf knapp 3000m gelegene San Pedro de Casta. Nachdem wir ca. 3 Stunden später in dem Dörfchen angekommen waren haben wir uns einen Esel für einen Teil des Gepäcks organisiert und danach konnte die Wanderung schon losgehen.

Der Aufstieg war eigentlich gar nicht so lang (ca. 4km) und der Höhenunterschied mit rund 1000m auch nicht besonders, aber dank der großen Höhe durchaus recht anstrengend. Am Nachmittag haben wir dann die auf 4100m gelegene, Amphitheater genannte, Camping Wiese erreicht und waren für den Tag auch erst mal geschafft. Als der Esel auch da war wurden schnell die Zelte aufgebaut und ausgeruht.

Nach Einbruch der Dunkelheit haben wir vom mitgebrachten Holz ein Feuer gemacht und mehr oder weniger erfolgreich darauf gekocht und den Wunderschönen Sternenhimmel bewundert. Da wir alle müde waren und uns außerdem die Höhe etwas zu schaffen gemacht hat (bei mir hauptsächlich Kopfweh und ein flaues Gefühl im Magen) sind wir dann schon gegen halb zehn ins Bett.

 

Am Sonntag sind wir morgens nach dem Aufstehen auf dem Gipfel, welcher eher eine relativ flache Ansammlung von ungewöhnlich geformten Steinformationen ist, herumgewandert. Das Ziel war eine Lagune, welche den Weg durchaus wert war. Danach ging’s wieder zurück zu den Zelten und nach dem Packen an den Abstieg zurück ins Dorf.

Auf der Rückfahrt mit dem selben Bus vom Vortag hat der Fahrer immer mehr Leute einsteigen und auf dem Dach mitfahren lassen, so dass der Bus irgendwann an einem etwas steileren Hügel stehengeblieben ist und alle nach oben ins nächste Kaff laufen mussten. In dem Moment etwas nervig aber im Nachhinein eine lustige Anekdote 😉

Bis ich dann wieder zu Hause war hatte ich knapp 6 Stunden in verschiedenen Bussen verbracht, obwohl Marcahuasi von hier eigentlich nur 80 km entfernt ist… auch das ist typisch für Lima.

 

versión en español seguirá pronto…

 

Rückkehr nach Chuquitanta // Regreso a Chuquitanta

Am Samstag sind Kathi, Andrea und Ich recht spontan mal wieder an die Schule in Chuquitanta gefahren. Dort haben wir uns mit zwei Lehrerinnen und deren Klassen sowie ein paar Eltern getroffen und mit ihnen darüber gesprochen, wie unser Projekt funktioniert und wo es Probleme gibt und soweit möglich alle Fragen beantwortet. Außerdem haben wir uns alles angeschaut um festzustellen, was gut läuft und wo wir vielleicht was verändern müssen, damit es in Zukunft besser funktioniert.

Unsere Pflanzenkläranlage an sich scheint zu funktionieren, allerdings konnten wir die Wasserqualität nicht überprüfen und außerdem gibt es Probleme beim Transport des benutzten Wassers vom Händewaschen zum Wetland, da das ganze von Hand gemacht werden muss.

Die Pflanzenboxen sind in einem guten Zustand und werden auch fleißig benutzt, bzw. wurden, denn das Problem ist, dass die Leute von der Schule zwar das reife Gemüse geerntet haben, aber danach nichts neues angepflanzt. Da müssen wir uns noch was überlegen wie man die Schule mit neuen Setzlingen versorgen kann, oder ob sie vielleicht selbst welche großziehen könnten.

Und zum Schluss kommt noch unser Sorgenkind, der Kompost, denn dieser Funktioniert leider überhaupt nicht. So wie es aussieht wird dort quasi nie Biomüll abgeladen und außerdem ist er total vertrocknet, die für die Kompostierung notwendigen Mikroorganismen dürften also alle abgestorben sein. Wir könnten zwar einen neuen Versuch mit dem aktuellen Kompost starten, aber wahrscheinlich wäre es sinnvoller, ihn an einen anderen Ort zu verlegen (weg aus dem unpraktischen, für die Kinder mitunter gefährlichen, Loch). Allerdings funktioniert auch ein neuer Kompost natürlich nur, wenn die Leute ihn auch benutzen und sich um ihn kümmern.

El sábado Kathi, Andrea y yo fuimos a la escuela en Chuquitanta otra vez. Allá nos encontramos con dos profesoras y sus clases y ademas algunos padres y hablamos sobre como funciona nuestro proyecto, donde hay problemas y respondamos a todas las preguntas. A más miramos todo para analizar lo que funciona bien y donde tal vez tenemos que cambiar algo, para que funciona mejor en el futuro.

Nuestro humedal parece como que funciona, aunque no podemos controlar la calidad del agua y ademas hay problemas con el transporte del agua usado para lavar los manos al humedal, porque este parte se realiza al mano.

Las cajas productivas con las plantas están en buen estado y están usado bien o mejor dijo estaban usado bien, porque el problema esta, que la gente del colegio cosechó las verduras maduras, pero después no plantaron nuevas plantas. Tenemos que pensar como se puede aprovisionar la escuela con nuevas plantas o si tal vez la escuela podría criar sus propios plantas.

Y al fin llegue nuestro niño problemático, el composte, pues que esto no funciona para nada. Parece como la basura orgánica casi nunca está descargada allá y ademas lo esta totalmente desecado, las microorganismos, que están necesario para el compostaje podrían estar muerto. Podríamos intentar otra vez con el misma compostaje, pero probablemente sería mejor a moverlo a otro lugar (fuera del hueco poco práctico y para los niños tal vez peligroso). Sin embargo un nuevo compostaje también solo funciona, si la gente lo usa y lo cuida.